Die Herkunft der Bezeichnung Käfer
Im Volksmund der Nachbarorte sind die Einwohner von Hemmenhofen bekannt unter dem Namen "Käfer". Der Ort Hemmenhofen selbst wird als Käfertal bezeichnet. Hierzu geht folgende Erzählung um:
In den Tagen der Bittwoche, im Monat Mai, machten die Bewohner des Nachbardorfes Gaienhofen für gewöhnlich ein Flurprozession in Richtung Hemmenhofen, wo sie stets mit Glockengeläut empfangen wurden. Nun schwirrten in jenen Maitagen einmal gar viele Maikäfer in der Luft, mit viel Gesumm und Gebrumm. Die Hemmenhofener dachten nun, sie hörten die näherkommende und laut betende Prozession der Gaienhofener Gläubigen. Daraufhin begannen sie hastig mit allen Glocken zu läuten. Als nach minutenlangem Geläut von den Gaienhofern immer noch nichts zu sehen war, wurden sie stutzig und gingen der Sache auf den Grund. Erstaunt und völlig verblüfft mussten sie feststellen, dass es sich bei den Geräuschen nicht um das vermeintliche Beten der Nachbarn handelte, sondern vielmehr um das Brummen der Maikäferschwärme.
Doch damit nicht genug. Sie irrten sich noch in einem weiteren, nicht ganz unwichtigen Punkt: An diesem Tag sollte gar keine Prozession der Gaienhofener stattfinden! Das wohlgemeinte Glockenläuten hatte seinen Zweck somit gänzlich verfehlt.
Hastig beschlossen die Hemmenhofener, sich zu absoluter Verschwiegenheit gegenüber den Nachbargemeinden zu verpflichten. Nun war es aber schon damals guter alter Brauch, dass sich nichts schneller in den Gemeinden der Höri verbreitete als ein gut gehütetes Geheimnis. So kam es, dass sich alle Bewohner der Höri über das komische Verhalten der Hemmenhofener lustig machten und ihnen den Spitznamen "Käfer" verliehen. Dieser Name ist geblieben und darum nennt sich unsere Narrenzunft heute "Käfertaler".